Mit Cholesterin-Screening dem Herzinfarkt und Schlaganfall vorbeugen: Novartis und die Charité erarbeiten neues Versorgungskonzept

- Neues Präventionsmodell soll in Kooperation mit dem Friede Springer – Cardiovascular Prevention Center an der Charité in Berlin umgesetzt werden

- Standardisiertes Screening und Behandlungspfade zur wirksamen und langanhaltenden Reduzierung des LDL-Cholesterinwertes, um Herz-Kreislauf-Ereignisse zu vermeiden

- Ziel ist die Entwicklung eines bundesweit skalierbaren Modells, um die Lebenserwartung in Deutschland zu steigern

- Impulspapier des Bundesministeriums für Gesundheit unterstützt Maßnahmen der Früherkennung und Versorgung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

 

Novartis und die Charité – Universitätsmedizin Berlin („Charité“) entwickeln gemeinsam ein populationsbezogenes Versorgungskonzept zur Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen. Die Umsetzung des Konzepts ist in Zusammenarbeit mit dem Friede Springer – Cardiovascular Prevention Center („FS-CPC“) im Rahmen einer Pilotphase am Standort Benjamin Franklin geplant. Mit dem Projekt sollen Personen mit unkontrolliert hohen LDL-Cholesterin-Werten identifiziert und durch geeignete Maßnahmen auf den Zielwert gebracht werden. Durch ein standardisiertes Screening könnte dieser Hauptrisikofaktor frühzeitig erkannt werden, um entsprechende Behandlungs- und Aufklärungsmaßnahmen einzuleiten. Ziel des gemeinsamen Projekts ist es, das Modell anschließend bundesweit zu skalieren, um die Lebenserwartung in Deutschland zu steigern.

Präventionskonzept soll unnötige Todesfälle vermeiden

„Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind noch immer die führende Todesursache in Deutschland. Dabei wären mehr als 50 Prozent der Herzinfarkte, die ich behandle, durch eine frühzeitige Prävention vermeidbar gewesen,“ erklärte Prof. Dr. Ulf Landmesser, Direktor der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Intensivmedizin | CBF und Direktor des Friede Springer – Cardiovascular Prevention Center (FS-CPC). „Es steckt also ein enormes Potenzial darin, die Herzgesundheit mit innovativen Präventionsmodellen massiv zu verbessern. Für unser aktuelles Konzept holen wir Experten aus Klinik, Versorgung und Industrie an einen Tisch, um die Behandlungsergebnisse für unsere Patient*innen zu optimieren.“

„Die Ursachen und Risiken von Herz-Kreislauf-Erkrankungen kennen wir zum allergrößten Teil: Das sind etwa hohe Cholesterin- und Lipoproteinwerte, wie zum Beispiel Lp(a), hoher Blutdruck und ein ungesunder Lebenswandel“, fügte Prof. Dr. med. Elisabeth Steinhagen-Thiessen, Seniorprofessorin Charité – Universitätsmedizin Berlin und Stv. Direktorin des FS-CPC hinzu. „Wir widmen uns in unserer Arbeit besonders den genetisch determinierten Risikofaktoren wie beispielsweise einem hohen Cholesterinwert. In unserem Pilotprojekt wollen wir zeigen, dass Patient*innen ihre LDL-C-Werte langanhaltend reduzieren können, wenn wir diesen hereditären Anteil der Risikofaktoren in einem möglichst frühen Stadium entdecken und so rechtzeitig intervenieren können, um Herzinfarkten vorzubeugen.“

‚Test, Treat, Track‘, damit Patient*innen schneller die für sie passende Therapie erhalten Zentrales Element des Konzepts ist ein standardisiertes Testen von Patient*innen auf kardiovaskuläre Risikofaktoren. Dieses Screening („Test“) soll auf der bereits bestehenden Infrastruktur des Klinikums aufbauen, indem ohnehin genommene Blutproben zusätzlich auf den LDL-Cholesterin-Wert überprüft werden sollen. Bei einem entsprechenden Befund erhalten identifizierte Patient*innen unmittelbar eine Therapie. Wenn sie ein hohes kardiovaskuläres Risiko nach ESC/EAS-Leitlinie (2019) aufweisen, ist geplant, dass sie umgehend an die Lipidambulanz überwiesen werden („Treat“). Dort könnte zusätzlich auch eine Aufklärung mit digitalen Mitteln erfolgen. In einer regelmäßigen Nachbeobachtung soll überprüft werden, ob die Patient*innen ihre LDL-C-Zielwerte erreichen („Track“). Bei Bedarf wäre so eine Anpassung der Behandlung möglich.

Novartis und die Charité erarbeiten neues Versorgungskonzept. Von links nach rechts: Heinrich Moisa, Vorsitzender der Geschäftsführung von Novartis Deutschland; Prof. Dr. med. Elisabeth Steinhagen-Thiessen, Seniorprofessorin Charité – Universitätsmedizin Berlin und Stv. Direktorin des Friede Springer – Cardiovascular Prevention Center (FS-CPC); Prof. Dr. Ulf Landmesser, Direktor der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Intensivmedizin | CBF und Direktor des FS-CPC.

Gesundheitspolitische Initiative für verbesserte Präventionsstrategien

Die nach wie vor große Zahl der Betroffenen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deutschland unterstreicht den hohen Bedarf an verbesserten Präventionsstrategien. Auch die Politik hat das erkannt und will sich Ansätzen widmen, wie vermeidbare Todesfälle reduziert und die Lebensqualität der Betroffenen verbessert werden können.

„In seinem Impulspapier zur Früherkennung und Versorgung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen adressiert das Bundesministerium für Gesundheit die richtigen Handlungsfelder“, kommentierte Heinrich Moisa, Vorsitzender der Geschäftsführung von Novartis Deutschland. „Entscheidend ist, dass wir unsere Blickrichtung ändern und unsere Gesundheitssysteme viel stärker auf Vorsorge und frühzeitige Intervention ausrichten. Jedes Jahr sterben in Deutschland zu viele Menschen an vermeidbaren kardiovaskulären Ereignissen – das wollen wir ändern und vorangehen. Deshalb freuen wir uns, dass die Charité als wissenschaftlicher Pionier für die Prävention in der Herzgesundheit unsere Vision teilt: In starken Partnerschaften auf Augenhöhe können wir mehr bewirken, damit Menschen in Zukunft nicht nur länger, sondern auch gesünder und aktiver leben.“

„Auch aus klinischer Sicht begrüßen wir die aktuelle gesundheitspolitische Initiative zur Verbesserung der Herzgesundheit. Denn es ist nicht hinnehmbar, dass Männer und Frauen in Deutschland, verglichen mit anderen westlichen Nationen, eine geringere Lebenserwartung haben. Und mit 360.000 Todesfällen pro Jahr tragen kardiovaskuläre Erkrankungen wesentlich dazu bei“, fügte Prof. Dr. Heyo K. Kroemer, Vorstandsvorsitzender der Charité – Universitätsmedizin Berlin hinzu. „Da es sich um ein bundesweites Problem handelt, wird ein systematischer und skalierbarer Ansatz benötigt. Nach einer erfolgreichen Pilotierung soll unser gemeinsames Versorgungskonzept daher schrittweise zunächst auf weitere Abteilungen und Standorte der Charité in Berlin ausgeweitet werden. Langfristig hoffen wir, dass auch andere Krankenhäuser den Ansatz übernehmen.“

Über Novartis

Novartis ist ein Unternehmen, das sich auf innovative Arzneimittel konzentriert. Jeden Tag arbeiten wir daran, Medizin neu zu denken, um das Leben der Menschen zu verbessern und zu verlängern, damit Patient*innen, medizinisches Fachpersonal und die Gesellschaft in der Lage sind, schwere Krankheiten zu bewältigen. Unsere Medikamente erreichen mehr als 250 Millionen Menschen weltweit. In Deutschland beschäftigt Novartis rund 2.600 Mitarbeitende an sechs Standorten.

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